SPD Kreisverband Schleswig-Flensburg

Sozial. Gerecht. Vor Ort

24. April 2018

Allgemein
Medienkompetenz: Die Schule ist gefordert

Auf einer Dis­kus­si­ons­ver­an­stal­tung des SPD-Kreis­ver­ban­des in Tarp am 23. April 2018 wur­de unter Lei­tung des Kie­ler Jour­na­lis­ten Sven Boh­de das The­ma „Das Smart­pho­ne – Chan­cen und Risi­ken“ aus­führ­lich dis­ku­tiert. Noch glau­ben vie­le Schu­len nach den Wor­ten der Podi­ums­teil­neh­mer Ingo Degner, Kars­ten Stüh­mer, André Hen­se, Fabi­an Parohl, Burk­hard Luc­k­ow und Lea Schulz dar­an, mit einem durch die Schul­kon­fe­renz aus­ge­spro­che­nem Han­dy­ver­bot den Miss­brauch die­ses neu­en Kom­mu­ni­ka­ti­ons-Instru­ments in den Griff zu bekom­men. Doch das sei unmög­lich, die Kin­der und Jugend­li­chen von heu­te sind ihren Leh­rern in der Han­dy­nut­zung deut­lich über­le­gen. Aller­dings mein­ten 40% der Täter, so Opfer­schüt­zer Hen­se, dass sie ihren Miss­brauch nur aus „Jux und Dol­le­rei“ und ohne nach­ge­dacht zu haben gemacht hät­ten und sich der Schwe­re ihres „Mob­bings“ gar nicht bewusst wären.

Hen­se riet dazu, jeden Smart­pho­ne-Miss­brauch sofort bei der Poli­zei anzu­zei­gen und damit in die Öffent­lich­keit zu gehen. Nur auf die­se Wei­se kön­ne man bei den Tätern punk­ten und viel­leicht eine Ver­hal­tens­än­de­rung bewir­ken. Gehol­fen haben offen­bar auch schon Besu­che von uni­for­mier­ten Poli­zis­ten in den Schu­len, was bei den Jugend­li­chen einen star­ken Ein­druck hin­ter­ließ. Die anwe­sen­de Mut­ter einer fünf­zehn­jäh­ri­gen Toch­ter fand das aller­dings weni­ger gut.

Einig waren sich Podi­ums­teil­neh­mer und Gäs­te, dass in ers­ter Linie die Schu­le gefor­dert sei, Medi­en­kom­pe­tenz zu ver­mit­teln. Dazu zähl­ten aber nicht nur der Gebrauch des Han­dys, son­dern auch der kri­ti­sche Umgang mit die­sem und das Bewusst­sein, jeder­zeit zum Opfer oder Täter wer­den zu kön­nen. Offen blieb die Fra­ge, ob es dazu nicht eines neu­en Schul­fa­ches „Medi­en­kom­pe­tenz“ bedür­fe. Wenn Medi­en­kom­pe­tenz ledig­lich als fächer­über­grei­fen­des Unter­richts­prin­zip ver­stan­den wer­de, wür­den sich vie­le Lehr­kräf­te zurück­leh­nen und sich auf Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen ver­las­sen, die sich der Auf­ga­be schon anneh­men wür­den. Immer­hin gibt es an ein­zel­nen Schu­len schon einen „Medi­en-Füh­rer­schein“, den Exper­ten nach einem halb­jähr­li­chen Kurs ver­ge­ben.

Erschre­ckend fan­den die älte­ren Teil­neh­mer der Ver­an­stal­tung die Tat­sa­che, dass es heu­te bei den Jugend­li­chen zuneh­mend zu einer „ver­schrift­lich­ten Münd­lich­keit“ kom­me. „Das Han­dy wird nicht mehr zum Tele­fo­nie­ren benutzt, son­dern um kur­ze eigent­lich nichts­sa­gen­de Mit­tei­lun­gen („Mes­sa­ge“) zu schrei­ben“, bestä­tig­ten die bei­den anwe­sen­den Jusos. Gefähr­lich sei der Gebrauch von sozia­len Netz­wer­ken wie „face­book“, weil der Nut­zer nicht mehr Herr sei­ner Daten sei. Einig war man sich, dass Eltern heu­te viel Ver­trau­en zu ihren Kin­dern und Jugend­li­chen haben müss­ten, denn ihr Medi­en­ge­brauch ließ sich kaum mehr kon­trol­lie­ren. Umso wich­ti­ger sei eine „ver­pflich­ten­de Fort­bil­dung der Lehr­kräf­te“, kon­sta­tier­te ein besorg­ter Vater.

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