SPD Kreisverband Schleswig-Flensburg

Sozial. Gerecht. Vor Ort

22. Oktober 2018

Allgemein
SPD-Landesgeschäftsführer Borchert beim Dagebüller Gespräch

Die 15 teilnehmenden Personen des 8. Dagebüller Gesprächs der AfB. Hinten links: Götz Borchert, Landesgeschäftsführer der SPD Schleswig-Holstein

Das halbjährlich in einer Halbtags- oder Ganztagsveranstaltung durchgeführte Dagebüller Gespräch ist ein Format, das die Arbeitsgemeinschaften für Bildung in der SPD (AfB) aus Nordfriesland, Flensburg und Schleswig-Flensburg vor vier Jahren ins Leben gerufen hatten. Zum 8. Dagebüller Gespräch wurde Götz Borchert, seit 2017 Landesgeschäftsführer der SPD, zur Diskussion über politische und pädagogische Fragen eingeladen. Das Dagebüller Gespräch versteht sich selbst als pädagogische Ideenwerkstatt, in der Themen ohne Zeitdruck ausführlich und tiefergehend diskutiert werden können.

Nachdem Borchert seine Ausführungen zur Organisationsstruktur der SPD („Die SPD wir mit den Jahren auch im Altersdurchschnitt ihrer Mitglieder rasant älter“), zur Kampagnefähigkeit  („400 der 459 Ortsvereine im Land waren zur Kommunalwahl im Mai 2018 mit eigenen Listen angetreten“) und zur Neuorientierung des Parteiensystems („Wir brauchen innovative Ideen und neue programmatische Impulse“) gemacht hatte, kam Stimmung bei der Diskussion von zwei pädagogischen Themen auf: Umwandlung von G8 zu G9 und politische Bildung. Einig waren sich die Teilnehmer, dass der neue Ministerpräsident Daniel Günther kurz vor der Landtagswahl 2017 mit dem Schwenk von G8 zu G9 ein vielleicht mit wahlentscheidendes Thema besetzt hatte, auf das die Landes-SPD keine richtige Antwort wusste. Dass mit den bestehenden Gemeinschaftsschulen schon ein funktionierendes G9-Modell im Lande vorhanden war, stieß bei den gymnasialorientierten Bildungsbürgern auf kein Interesse. Allerdings verwies Borchert auch auf Umfrageergebnisse: Bildungspolitische Themen wären nicht wahlentscheidender gewesen als andere Themen, wie Analysen nach der Wahl bestätigten.

Hochemotional wurde anschließend das Thema politische Bildung diskutiert. Diese müsste angesichts eines offensichtlichen Neonationalismus und Rechtsrutsches in der Gesellschaft viel früher in den Schulen zum Thema werden. Am besten schon ab Klassenstufe fünf sollte die politische Bildung zum verbindlichen Lerninhalt werden. Offen blieb, ob sie als ein eigenes Fach oder fächerübergreifend als Querschnittsaufgabe behandelt werden sollte. Einig waren sich die Teilnehmer darüber, dass die Schülerinnen und Schüler nicht noch mehr „drögen Lehrstoff“ aufnehmen sollten, sondern dort abgeholt werden müssten, wo sie stehen. Jugendbeiräte oder Aktionen zu kinder- und jugendrelevanten Themen seien dazu gute Möglichkeiten.

Bei den nächsten Dagebüller Gesprächen wollten die Teilnehmer Themen wie gebundene Ganztagsschulen, die Inklusion in der Sekundarstufe und die Gleichstellung der Gemeinschaftsschulen als zweite weiterführende Säule im Schulsystem diskutieren. Erstmals hatten sich auch Kieler AfB-Mitglieder auf den Weg nach Dagebüll gemacht, so dass eine Erweiterung des Dagebüller Dialogs  im Raum steht.

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